Beratungsfehler: Versicherungsvermittler vermittelt einer 81-Jährigen eine Rentenversicherung

shutterstock_102214663Versicherungsvermittler müssen ihre Kunden, abgestimmt auf die Komplexität des angebotenen Versicherungsvertrags, entsprechend den Angaben, Wünschen und Bedürfnissen des Kunden beraten. Bei Abschluss eines Versicherungsvertrags hat der Versicherungsvermittler vor Abgabe der Vertragserklärung des Kunden, insbesondere anhand der vom Kunden gemachten Angaben, zumindest dessen Wünsche und Bedürfnisse sowie die Gründe für jeden diesem zu einem bestimmten Versicherungsprodukt erteilten Rat genau anzugeben (§ 137g GewO).

Nach dem OGH sind langfristige Versicherungsprodukte mit primär Geldanlagecharakter (z.B. Lebensversicherung, Rentenversicherung, fondsgebundene Rentenversicherung) komplexe Produkte mit dem Risiko einer Fehlberatung.

Wird einer 81-Jährigen mit einem Anlagehorizont von 5 bis 7 Jahren eine Rentenversicherung gegen Einmalerlag mit einer Laufzeit von 12 Jahren vermittelt, so liegt darin ein Beratungsfehler. Im vorliegenden Fall hatten daher die Erben als Rechtsnachfolger der Versicherungsnehmer Anspruch auf Schadenersatz gegen den Versicherungsvermittler.

Bei der Ausmittlung des Schadens ist eine Differenzrechnung anzustellen. Anhand einer hypothetischen Alternativveranlagung, die sich an den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden orientiert ist zu ermitteln, wie sich das Vermögen hypothetisch entwickelt hätte.

OGH 29.10.2014, 7 Ob 161/14y

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