Was ändert die Steuerreform bei Immobilienübertragungen

shutterstock_189497402Grunderwerbsteuer

Soweit bis jetzt bekannt wurde, soll die Grunderwerbsteuer bei Übertragungen von Liegenschaften im Familienkreis erhöht werden. Derzeit wird die Grunderwerbsteuer bei Übertragungen im Familienkreis vom dreifachen Einheitswert berechnet, egal ob die Liegenschaft entgeltlich oder unentgeltlich übertragen wird. Geplant ist die Angleichung der Bemessungsgrundlage an Liegenschaftsübertragungen unter Fremden. Hier wird die Grunderwerbsteuer jetzt schon von der Gegenleistung bzw. (wenn eine Gegenleistung nicht vorhanden ist) vom Verkehrswert berechnet. Klar ist, dass der Verkehrswert einer Liegenschaft in der Regel deutlich höher ist als der (dreifache) Einheitswert.

Außerdem soll der Grunderwerbsteuersatz bei Übertragungen im Familienkreis geändert werden. Derzeit beträgt die Grunderwerbsteuer 2% von der Bemessungsgrundlage. Bei Übertragungen an Fremde beträgt die Grunderwerbsteuer 3,5%. Dieser Satz soll künftig auch im Familienkreis gelten, wenn der Verkehrswert der Liegenschaft EUR 300.000 übersteigt. Liegt der Verkehrswert zwischen EUR 150.000 und EUR 300.000 dann soll im Familienkreis die Grunderwerbsteuer weiterhin 2% betragen. Bei Verkehrswerten unter EUR 150.000 soll die Grunderwerbsteuer auf 0,5% gesenkt werden. Diese Senkung des Steuersatzes ist freilich relativ, wenn man bedenkt, dass die Bemessungsgrundlage in jedem Fall deutlich höher wird.

Fazit: Wer eine Immobilie im Familienkreis übergeben möchte, sollte das noch rasch auf Basis der geltenden Rechtslage tun, denn die Übertragung der Liegenschaft wird für den Erwerber jedenfalls empfindlich teurer.

Immobilienertragssteuer

Eine weitere geplante Änderung der Steuerreform betrifft die Verkäufer von Liegenschaften. Bei privaten Grundstücksveräußerungen fällt seit 2012 eine Immobilienertragssteuer an. Diese beträgt derzeit 25% des Veräußerungsgewinns. Der Veräußerungsgewinn ist, vereinfacht gesagt, die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös (Kaufpreis) und den Anschaffungskosten (damaliger Kaufpreis zuzüglich Kaufnebenkosten). Bei „Altvermögen“, das sind Immobilien, die vor dem 1.4.2002 entgeltlich erworben wurden, werden die Anschaffungskosten pauschal mit 86% des Verkaufserlöses angesetzt.

Beispiel: Eine Liegenschaft wurde im Jahr 2000 angeschafft. Sie fällt daher in den Altvermögenstatbestand. Die Liegenschaft wird 2015 um EUR 250.000 verkauft. Die Anschaffungskosten werden mit 86% des Verkaufserlöses pauschaliert. Das sind EUR 215.000. Der Veräußerungsgewinn beträgt daher EUR 35.000. Dieser Gewinn wird mit 25% Immobilienertragssteuer besteuert. Die Immobilienertragssteuer beträgt EUR 8.750.

Nach der geplanten Reform soll der Steuersatz nun von 25% auf 30% angehoben werden. Im vorigen Beispiel würde die Immobilienertragssteuer nach der Reform EUR 10.500 betragen.

Fazit: Wer beabsichtigt, eine Immobilie zu veräußern, sollte das noch auf Basis der geltenden Rechtslage tun, denn mit Inkrafttreten der Steuerreform wird eine höhere Immobilienertragssteuer fällig.

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